Hospitation an einer spanischen Schule

Frau Altmeyer, eine Spanischlehrerin unserer Schule, berichtet von ihrem Aufenthalt in Spanien:

Ich habe an einem Hospitationsprogramm für Spanischlehrkräfte teilgenommen, das der Pädagogische Austauschdienst in Zusammenarbeit mit dem spanischen Kultusministerium anbietet. Die Hospitation dauerte vom 15.10. – 26.10. 2018 und fand am IES Maestrat (Instituto de Educación Secundaria)  in Sant Mateu statt. Die Schule IES Maestrat liegt in Sant Mateu, einem Dorf mit 2000 Einwohnern im Osten Spaniens. Hier wird neben der offiziellen Landessprache Castellano auch Valenciano gesprochen. In der Schule, die im Norden der Provinz Castellón in der Comunidad Valenciana liegt, ist Valenciano Unterrichtssprache. Während meiner Hospitation wurde im Unterricht Castellano gesprochen.

Die Grundschulzeit (Primaria) beträgt in Spanien sechs Jahre (in Deutschland vier Jahre), die Sekundarstufe I (ESO) vier Jahre (in Deutschland sechs Jahre). Schülerinnen und Schüler, die in Spanien den zweiten Jahrgang der Educación Secundaria Obligatoria (2° ESO) besuchen, sind altersmäßig mit unseren Schülerinnen und Schülern des 8. Jahrgangs zu vergleichen.

Wie in Deutschland dürfen spanische Schülerinnen und Schülern während der Schulzeit das Schulgelände nicht verlassen. Interessant ist, dass es in Spanien quasi unmöglich ist, da die Schule komplett abgeschlossen ist. Während der Pausen halten sich alle in einem großen Innenhof auf.

Leider habe ich während meines Aufenthaltes nicht nur positive Erfahrungen gemacht: ich habe „La Gota Fría“ (der kalte Tropfen) erlebt. Es ist ein Wetterphänomen an der spanischen Mittelmeerküste, das in diesem Jahr besonders die Balearen und die Region Valencia heimgesucht hat. Innerhalb kürzester Zeit kam es zu sintflutartigen Regenfällen (260 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde, 400 Liter innerhalb von 48 Stunden), starken Gewittern und Sturm.  Dieses Wetterphänomen hielt 48 Stunden an. Niemand konnte mehr die Häuser verlassen. Es gab viele Verletzte und Erdrutsche. Die sonst jahrelang ausgetrockneten Flussläufe führten große Wassermassen. In der gesamten Region fiel der Unterricht für zwei Tage aus. Sehr schade! Danach war aber wieder tollster Sonnenschein, aber leider auch viel Müll am Strand.

Ich habe, trotz der relativ kurzen Zeit, umfangreiche Einblicke in die Lebenswelt spanischer Schülerinnen und Schüler, in die Arbeitsweise spanischer Lehrkräfte sowie das spanische Schulsystem gewonnen. Das Schuljahr beginnt in Spanien im September und endet im Juni. So ist der Beginn des Schuljahres 2018 – 19 in Sant Mateu am 10. September und das Ende am 18. Juni 2019. Das Schuljahr ist in Trimester eingeteilt: während es in Deutschland Semester zwei Mal im Jahr Zeugnisse gibt, erhalten die Schülerinnen und Schüler in Sant Mateu drei Mal im Jahr Noten: im November, im März und im Juni.

Darüber hinaus konnte ich im persönlichen Austausch mit dem Schulleiter, Vicent Pitarch, der Koordinatorin für internationale Projekte, Ana Beltrán und weiteren spanischen Kolleginnen gemeinsame Projekte und einen Schüleraustausch initiieren. Dieser soll im Frühjahr 2020 stattfinden.

 

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