Geschichten aus der Corona-Zeit

Nicht nur Nachrichtensendungen, Zeitungen, Talkshows, Podcasts oder das Radio werden derzeit vor allem von einem Thema bestimmt, auch in ihrer Freizeitbereich und in den Sozialen Medien beschäftigen sich unzählige Menschen auf der ganzen Welt mit dem Corona-Virus.

Während Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter täglich über neue Zahlen, Fakten und mögliche Wege aus der Krise diskutieren, beschäftigen sich viele Menschen privat und oft in künstlerischer Form mit dem Virus. Menschen singen gemeinsam auf ihren Balkonen, weil sie ihre Häuser nicht verlassen dürfen, klatschen abends Beifall für das besonders belastete Krankenhauspersonal oder feiern Geburtstage im Zoom-Meeting.

Die Aufgabe, in dieser für uns alle ungewohnten und oft schwierigen Zeit, etwas zu schaffen, das uns daran erinnert, dass es in der „Corona-Zeit“ auch schöne oder lustige Dinge zu erleben gibt, haben die Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs im Fach Deutsch angenommen:

Voller Stolz präsentieren wir daher die Gewinner des Schreib-Wettbewerbs „Spannende Corona-Geschichten“ des 6. Jahrgangs.

Geschichten, die wir uns erzählen, sind keine Forschungsberichte und man sollte daher nicht immer alles glauben, was man liest. Aber kein Forschungsbericht der Welt kann einen mit auf eine Reise durch die Fantasie nehmen, wie es eine spannende Geschichte vermag…

Sonnenplatz für Klopapier von Fiona Christoffer (6d)

Hallo! Ich bin Paperly. Ihr glaubt nicht, was mir passiert ist:

Früher war ich ein übliches Schulbuch, bis ich ausgemustert wurde, aufgrund der modernen IPad-Klassen. Um mich von der Druckerschwärze zu befreien, kam ich in ein Wasserbad. Wie schön es dort war. Dem neuen, recycelten Leben stand nichts mehr im Wege.

Als ich ausgerechnet zu Toilettenpapier verarbeitet wurde, war ich jedoch enttäuscht. Ich wurde in eine 24er Packung Klopapier eingeschweißt, in einen DM Markt gebracht und dort ganz hinten in ein Regal einsortiert. Ich hörte immer nur Wortfetzen: „…Corona…Covid-19…Wir brauchen noch Nudeln…Wo findet man das Klopapier?“ Jeden Tag wurde es in meinem Regal heller und irgendwann war ich die letzte Packung. Auf einmal kamen zwei Männer auf mich zu. Beide waren auf mich fokussiert und fingen an, an meiner Packung rumzureißen. Ich dachte: „Lange kann das nicht mehr gutgehen!“, und da passierte es auch schon. Die Verpackung um mich herum riss ein und alle Toilettenpapierrollen flogen kreuz und quer durch den DM Markt. Ich rollte unter das Nudelregal und die Marktleiterin schlichtete den Streit zwischen den Männern und teilte die restlichen Rollen unter den beiden Kunden auf. Beim letzten Check am Abend fand mich die Marktleiterin unter dem Regal und sie sah so aus, als hätte sie eine gute Idee.

Am nächsten Morgen wurde das Schaufenster neu dekoriert, inklusive mir und der letzten Nudelpackung. In mein Inneres wurde ein Schild gesteckt, worauf geschrieben stand: „Klopapier und Nudeln wieder erhältlich!“ Nun hatte ich endlich einen schönen und sonnigen Platz!

Mein Leben als Coronavirus von Justin Nicolas Schmidt (6b)

Mein Name ist Corona, viele nennen mich aber auch Covid-19. Ich bin rund und circa 80 – 160 nm groß und trage keulenförmige Fortsätze, sogenannte Spikes, die nochmal 10 – 20 nm lang sind und ich bin rot. Eigentlich sehe ich niedlich aus, aber viele Menschen haben Angst vor mir, weil ich viele Menschen sehr krank mache, was mir oft sehr leidtut. Mich gibt es schon etwas länger, aber 2019 wurde ich von den Menschen entdeckt. Anfangs lebte ich in Wuhan, bevor ich mit einem Menschen nach Deutschland flog. Ich wollte niemandem etwas Böses, aber irgendwie lief alles aus der Rolle.

Bild von Fiona Christoffer, 6d

Die ersten Tage verliefen sehr ruhig. Bis mein Mensch Fieber bekam. Ein paar Tage später fing er sehr doll an zu husten. Ich musste immer aufpassen, nicht herausgeschleudert zu werden. Bei einer Hustenattacke konnte ich mich nicht mehr halten und wurde herausgeschleudert. Zum Glück war ein anderer Mensch da, in den ich mich rein retten konnte. Ich hatte also Glück. Ein paar Tage vergingen und mein neuer Mensch wurde wieder krank. Auch er schleuderte mich bei einer Hustenattacke heraus. Ich landete bei einem Bäcker auf dem Brot. Mir war schnell bewusst, dass ich einen neuen Menschen finden musste, um zu überleben. Wie jedes andere Virus, brauchte auch ich einen Wirt. Nach zehn Minuten ging mir immer mehr die Luft aus und ich war heilfroh, als die Bäckerin das Brot aus dem Regal nahm und ich in sie hereinkonnte. Hier erholte ich mich erstmal. Ich hörte sehr oft, dass mein Mensch mit anderen Menschen über uns Coronas sprach und wir Coronaviren mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet waren. Immer mehr Menschen wurden krank oder starben sogar. Außerdem hörte ich, dass Kinder nicht mehr in die Schule und in den Kindergarten durften. Viele Menschen mussten zu Hause bleiben und dadurch war es manchmal sehr leer in der Bäckerei. Ich überlegte, wie ich etwas unternehmen konnte, denn ich wollte nicht, dass die Menschen Angst vor mir hatten. Aber es wurde von Tag zu Tag immer schlimmer. Viele Geschäfte mussten schließen und die Menschen durften sich nicht mehr gegenseitig besuchen. Ich hörte meinen Menschen oft weinen und hörte wie sie sagte, dass sie es kaum ertragen könne, ihre Mutter im Pflegeheim nicht mehr besuchen zu dürfen. Das brach mir das Herz. Das hatte ich alles nicht gewollt. Es vergingen ein paar Wochen und ich bemerkte, dass mein Mensch diesmal gar nicht krank wurde. Ich bemerkte auch, dass ich mich verändert hatte, von rot auf grün. Hatte das was zu bedeuten? Ich wollte es herausfinden, also löste ich eine Hustenattacke aus, damit ich herausgeschleudert wurde. Zu meinem Glück war mein Mensch wegen einer Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. Ich schaffte es, auf dem Mikroskop zu landen, wo an uns Coronaviren geforscht wurde. Ich tümmelte mich unter die anderen Viren.

Der Arzt sah mich sofort unterm Mikroskop und fing an, an mir zu forschen. Er fand heraus, dass wir alten Coronaviren mutierten und dann die jungen Coronaviren töteten. Aus uns alten Viren wurde ein Impfstoff hergestellt und alle Menschen wurden damit geimpft. Schulen, Kitas, Geschäfte, etc. durften alle wieder öffnen. Die ganzen Beschränkungen und Besuchsverbote wurden aufgehoben. Die Menschen konnten ohne Angst weiterleben.

Hätte man das mal vorher gewusst von Jamie Kruse (6a)

Es war einmal eine kleine Fledermausfamilie. Sie lebte in einer Höhle in China in der Nähe von Peking. Die Familie bestand aus den beiden Eltern und ihrer kleinen Fledermaustochter. Seit Tagen schon litten die drei großen Hunger und so beschlossen sie, sich auf die Suche nach etwas zu Essen zu machen. Sie flogen umher, von Stadt zu Stadt und von Höhle zu Höhle. Doch leider fanden sie nichts, was ihren Hunger hätte stillen können.

Nach mehreren Wochen des Umherfliegens, als schon beinahe alle Hoffnung verloren war, sahen sie am Horizont die Lichter einer Stadt; es war Wuhan! „Diese Stadt“, so meinte der Vater, „ist berühmt für ihren Wochenmarkt und für die vielen Leckereien, die es dort an den verschiedensten Ständen zu kosten gibt.“ Am Wochenmarkt angekommen, flogen sie von Stand zu Stand und fraßen sich die Bäuche voll. Sie freuten sich, dass sie nun doch nicht verhungern mussten. Bei all der Euphorie bemerkten sie jedoch nicht, dass das viele Essen ihnen doch gar nicht so gut tat, wie sie dachten. Sie bekamen starke Bauchschmerzen, ihre Mägen taten weh und schlussendlich mussten sich alle drei übergeben. Völlig erschöpft und noch immer mit einem mulmigen Gefühl im Magen, machten die drei sich auf, um woanders nach etwas Essbarem zu suchen. Doch sie kamen nicht weit, zu schwach fühlten sie sich, zu müde und ausgelaugt. „Irgendwas an dem Essen war komisch…“, sagte der Vater. Die ganze Fledermausfamilie war krank, aber nicht einfach nur krank wie bei einer normalen Grippe, dieses Mal war es etwas Anderes.

Ihnen fiel auf, dass immer mehr Besucher des Wochenmarktes am Husten waren, einigen liefen die Nasen, außerdem war ihnen warm und kalt zugleich. Mit letzter Kraft krochen die drei kleinen Fledermäuse in eine ruhige Ecke, in der sie zur Ruhe kamen und erschöpft einschliefen. Geweckt wurden sie einige Zeit später durch Blaulicht und Sirenen, es herrschte Panik und immer mehr Menschen schienen krank zu sein. Den drei Fledermäusen ging es schon deutlich besser, den Menschen dafür von Stunde zu Stunde immer schlechter. Wieder einigermaßen fit entschieden sich die drei dafür, die Heimreise anzutreten. Ihnen ging es besser und den Menschen konnten sie eh nicht helfen. Auf ihrem Heimflug sahen die drei Fledermäuse noch viele Blaulichter und hörten laute Sirenen. „Irgendwas Großes ist hier im Gange. Hätten wir das mal vorher gewusst, wären wir besser zuhause geblieben“, meinte die kleine Fledermaustochter namens Corona.


Der große Nachteilan einem Wettbewerb ist, dass nicht alle gewinnen können. Es gab viele sehr gute und kreative Geschichten, so dass es uns wirklich schwergefallenist, nur drei auszuwählen. Weil wir euch/Ihnen aber die anderen Geschichten nicht vorenthalten wollten/ konnten, gibt es hier Geschichtensammlung der zweiten Sieger. Viel Vergnügen beim Lesen!

Knapp am Treppchen vorbei… die Geschichten der zweiten Sieger

Das könnte dich auch interessieren …